Sonnenuntergang über Frauenberg.JPG

Gemeinde Brunn, Pfarrei Frauenberg, Landkreis Regensburg

Die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung reicht eigentlich bis zur Entstehung der ersten gemeindeartig organisierten Siedlungen zurück. Die ersten Dörfer entstanden bei der Besiedelung bis dahin mehr oder weniger herrenlosen Gebietes durch den Zusammenschluss mehrerer Familien, der ältesten und zugleich aber auch wichtigsten Vereinigung von Menschen zu einer Dorfgemeinschaft. Die Bewohner mussten selbst die Regeln ihres Zusammenlebens aufstellen und durchführen, sich selbst versorgen und selbst verwalten. Sie gleichen kleinen Staaten. Hier sind die Ursprünge gemeindlicher Selbstverwaltung zu sehen.

Doch im Mittelalter herrschte das Feudalsystem vor, eine auf dem Lehensrecht aufgebaute Wirtschaftsform, bei der der jeweilige Grundherr über Grund und Boden und den darauf sitzenden Menschen die Herrschaft ausübte, ein Hemmnis für die Entstehung politischer Gemeinden. In unserer Gegend waren das die Herren von Laaber. Im Jahre 1435 verkaufte Kaspar von Laaber an den Herzog Heinrich von Bayern-Landshut die Herrschaft Laaber, also an die Wittelsbacher, dem bayerischen Herrschergeschlecht seit 1180. Aus unserem Gemeindegebiet waren dies u. a. vom Dorf Brunn mit 14 Anwesen und Eglsee mit 8 Anwesen. Frauenberg wird nicht genannt, wahrscheinlich schon früher wie Pettenhof, Konstein (Chamstein) und Münchsried beim Kloster Pielenhofen.

Ausgelöst durch die Französische Revolution 1789 kam es dann in der Zeit Napoleons zur Gründung von politischen Gemeinden, nachdem vorher 1808 durch die „Bauernbefreiung" das Feudalsystem aufgelöst worden war. Sie war die Lösung der Bauern aus allen herrschaftlichen Bindungen. Doch sie trug nur den Charakter eines Wirtschafts- und Siedlungsverbundes; denn die Führung lag immer noch in den herrschaftlichen Händen der Adelsschicht.

Im Juni 1818 hielt der Landrichter an seinem Amtssitz in Hemau ein „Protokoll" (=Niederschrift) wegen der angeordneten Bildung der Gemeinden ab.

Nach einigen Veränderungen kam es zur endgültigen Feststellung auch unserer Gemeinde Brunn. Sie umfasst seitdem das Gemeindedorf Brunn mit Kirchhof („Waitlhof'), das Kirchdorf Frauenberg, die Ortschaften Eglsee und Münchsried, die Weiler Pettenhof, Babetsberg, Konstein und Eiselberg.

Nach dem 2. Weltkrieg kam es kurzzeitig zur Zusammenlegung der Gemeinden Brunn und Bergstetten. Nach Übernahme durch die deutsche Zivilverwaltung wurde wieder der alte Zustand hergestellt.

Bei der Gebietsreform 1972 blieb die Gemeinde Brunn erhalten, bildet aber mit der Marktgemeinde Laaber und der Gemeinde Deuerling eine Verwaltungsgemeinschaft.

Die Gemeinde Brunn liegt auf einem Höhenrücken des Laberjuras, zwischen dem Tal der Schwarzen Laber und der Naab.

Das Pfarrdorf Frauenberg mit seinem Kirchturm weithin sichtbar wird in einer Diözesan-Matrikel von Regensburg als viel besuchter marianischer Wallfahrtsort schon vor der Reformation bezeichnet. Als Patrozinium wird der 8. September (Maria Geburt) gefeiert.

In einer Urkunde von 1333 heißt der Ort „Unser Fraweperg". Perchtold Pettenhofer von Pettenhof nahe bei Frauenberg vermacht der Kirche Besitzungen gegen die Verpflichtung der Abhaltung von Jahresgottesdiensten für sich und seine Frau Reitza. Es bestand also damals schon ein Gotteshaus, vielleicht eine Kapelle und vermutlich auch eine Wallfahrtsstätte.

Über die Entstehung der Wallfahrt gibt es keine genauen Angaben. Wie der Volksmund erzählt, soll eine Marienstatue in schlechter Zeit (Hussitenkriege, Reformation) im Lisslbrunnen, einen Brunnen auf der Lisslwiese, versteckt worden sein. Später brachte man sie in eine Kapelle, die danach zur Kirche ausgebaut wurde.

Einige Umstände sprechen dafür, dass Frauenberg eine Wallfahrtsstätte war: der Name des Ortes, die äußere Lage auf der Bergeshöhe, die Kirche mit Marienpatrozinium und der heute noch herkömmliche, viel besuchte Markt am Patroziniumsfest („Frauenberger Kirta") am zweiten Sonntag im September.

Die Pfarrei wurde bis zur Säkularisation 1803 vom Kloster Pielenhofen excurrendo (=als Filiale) seelsorgerisch betreut. Daran erinnern noch der „Schimmelsteig" und „Pfaffensteig" die aus dem Naabtal auf die Höhen heraufführen. Seit 1893 ist der Ort Pfarrdorf.

In den Jahren 1953/54 erfolgten ein Umbau und eine Erweiterung der Kirche. Nahe des Dorfes am Rande eines Waldstückes liegt die 1951 von Johann Scheid aus Regensburg errichtete Scheidkapelle, die zur Erinnerung an den 1941 in Russland gefallenen Sohn Eugen Scheid erbaut wurde.

Das Dorf Brunn, früher auch Prun oder Bron, deutet auf ein ehemals fließendes Wasser oder Quelle hin. Nach diesem Namen wird auch die Gemeinde benannt.

Schon in der Bronzezeit um 1800 v. Chr. war das Gebiet besiedelt, da eine Nekropole (=Gräberfeld) aus dieser Zeit in der Nähe des Ortes gefunden wurde.

Im 9. Jahrhundert taucht in der Gegend der Name „Westermanngau" auf. Im 13. Jahrhundert wird der Ort oftmals im Zusammenhang mit den Herren von Laaber und dem Hochstift Regensburg genannt.

Der jetzige Kirchenbau gehört der Zeit um 1774 an. Die Filialkirche St. Peter und Paul steht, umschlossen von einer alten Friedhofsmauer, auf einer Erhebung oberhalb der Dorfstraße. Wie auch andernorts hat man die romanischen Langhausmauern des Vorgängerbaues, soweit wie möglich stehen gelassen.

In Münchsried erbaute Johann Mayer im Jahr 1859 eine Kapelle, die wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste. Im Jahr 1999 fand die Einweihung einer neuen Kapelle statt, die in ihrer eigenwilligen Bauweise der heutigen Zeit angepasst ist.

In Konstein steht ein kleines Kapellchen, der hl. Odilia geweiht, die von Kunibert Schmid erbaut wurde.